Warum ist Malta Mitglied in der EU?

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Immer wieder wenn ich mit Mandanten der Kanzlei Dr. Werner & Partner spreche, kommt die Frage auf: Warum Malta? Neben vielen anderen Gründen ist es für viele die EU-Mitgliedschaft Maltas und den damit verbundenen Steuervorteilen, die das Land attraktiv macht. Doch warum überhaupt ist ein Staat mit nicht einmal halb so vielen Einwohnern wie Köln in der EU? Diese Frage möchte ich im folgenden erörtern.

Malta schon vor EU Betritt eng mit EU verbunden

Schon vor Maltas EU Beitritt 2004 war das Land wirtschaftlich gesehen eng mit der EU verbunden. 41% aller Exporte gingen damals bereits in die EU, welchen 63% aller Importe gegenüberstanden. Damals ahnte man in Malta aber noch nicht (zumindest nicht von offizieller Seite), welches Potenzial in dem Inselstaat schlummert, aber dazu später mehr. Das Export- und Importverhalten hat sich seit dem nicht groß verändert und die Beziehungen zu Italien als wichtigsten Handelspartner sind weiterhin prächtig.

Malta für EU eine Verhandlungsbrücke zur arabischen Liga und vor allem Libyen

Malta und Zypern erreichten gleichzeitig den Beitritt zur EU. Eine Hoffnung, die in den Beitritt der beiden Nationen gelegt wurde, war dass die Länder positiv zum Verhältnis zur arabischen Liga beitragen sollten. Und in der Tat: Malta, durch Malti, dem Mix aus arabisch und italienisch ohne hin arabisch geprägt, führte und führt stets enge Beziehungen zu Libyen. Besonders hinsichtlich des Öls diente Malta in der Vergangenheit häufiger als Verhandlungsbrücke zwischen EU und dem ehemals diktatorisch geprägtem Land im Norden Afrikas.

Malta mit wichtiger geopolitischen Rolle – heute und schon im Zweiten Weltkrieg

Auch geopolitisch spielt Malta eine wichtige Rolle. Auch wenn es vielleicht im Augenblick weniger Bedeutung hat als noch im Zweiten Weltkrieg: Malta ist eine wichtige südliche Basis im Kriegsfalle. Besonders aber im eben genannten Zweiten Weltkrieg war Malta ein wichtiger Stützpunkt der britischen Royal Navy und trug entscheidend dazu bei, dass im November 1940 die Hälfte aller italienischen Schlachtschiffe zerstört werden konnte. Zwar wurde im späteren Verlauf die Insel von den Achsenmächten erobert und so wichtige Versorgungswege für den Afrikafeldzug geschaffen, doch die Briten griffen glücklicherweise wieder entscheidend ein. Die Versorgung der deutschen und italienischen Truppen in Afrika konnte erheblich gestört werden, ehe die Insel im November 1942 von den Engländern zurückerobert werden konnte.

EU-Beitritt und freier Binnenmarkt schaffen Möglichkeiten – Malta öffnet Türen für Investoren der EU

Nicht zuletzt seit dem EU-Beitritt Maltas haben sich für Unternehmer in Europa neue Möglichkeiten ergeben. Da Malta durch die eigene Industrie dem Konkurrenzdruck innerhalb der EU kaum Stand halten konnte, wurde Maltas Potenzial als kleinstes EU-Land genutzt. Durch enorme steuerliche Vorteile wie dem Malta Modell mit einer Malta Limited wurden und werden ausländische Investoren angelockt, die von einer Effektivbesteuerung von im Idealfall 5,4% profitieren. Der freie Binnenmarkt innerhalb der EU hat dies erst möglich gemacht. Und so hat aus wirtschaftlicher Sicht Malta zwar wesentlich mehr von der EU profitiert, was politische Fragen angeht, ist Malta aber keineswegs unbedeutend für die EU.

 

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