Malta: Internationale Besteuerung – der aktuelle Stand 06/2017

Die Welt hat sich steuerrechtlich in den letzten Jahren rapide verändert. Neben vielen Leaks und Papers hat vor allem die Politik und die Gesetzgebung neue wegweisende Richtungen vorgegeben. Da im Juni wieder ein großer Teil der BEPS Initiative umgesetzt wird, halte ich es für sinnvoll, mal wieder einen kurzen Überblick der aktuellen Situation zu geben, zumindest oberflächlich betrachtet.

Im folgenden meine Beobachtungen:

Doppelbesteuerungsabkommen auch 2017 maßgeblich wichtig

Über Jahrzehnte hinweg das maßgebliche rechtliche Instrument zur Vermeidung internationaler doppelter Besteuerung. Hier wird es ab Juni eine “Ergänzung” geben.

Was auch immer die Länder untereinander aus dem multilateralen Agreement “herauspicken” wird das DBA “überschreiben”. Vor allem wichtig daraus:

  1. In der Präambel kann nun vereinbart werden, dass das DBA explizit NICHT zur doppelten Nichtbesteuerung genutzt werden darf bzw. so auch nie zu interpretieren ist.
  2. Die Regel zur künstliche Verhinderung von Vertreterbetriebsstätte gibt vor, dass Gesellschaften, die in Ländern, aus welchen Gründen auch immer, eine dauerhafte Präsenz in Form eines abhängigen Vertreters haben, in diesem Land eine Betriebsstätte anmelden müssen, auch wenn der Agent nur auf dem Papier besteht und nicht physikalisch und im “klassischen” Steuerrecht noch keine Betriebsstätte auslösen würde.
  3. Lagerstätten können eine Betriebsstätte auslösen.
  4. Principal Purpose Test (PPT): Ebenfalls über das o.g. multilaterale Abkommen kann ein PPT gewählt werden. Das heißt, dass man, wenn man z.B. in einem Land wie Malta eine Gesellschaft gründet, dafür kaufmännische, wirtschaftliche Gründe nachweisen muss, unabhängig von allen steuerlichen Vorteilen.

Allgemeine Beobachtungen:

Internationale Besteuerung: Ort der Wertschöpfung wichtiger als Management

Das Place of Management, also der Ort der geschäftlichen Oberleitung, verliert mehr und mehr an Anziehungskraft. Er ist zwar nachwievor wichtig, vor allem für die Bestimmung der Ansässigkeit. Aber es ist bei weitem nicht mehr das alleinstellende Merkmal. Wichtig ist vor allem wo und wie Werte geschaffen werden. Es kann sein, dass das Management viel zur Wertschöpfung beiträgt, aber es kann auch genauso weniger als 10% der Wertschöpfung repräsentieren.

Auch in Malta: Substanz vs. Principal Purpose Test

Wie den meisten meiner Leser mittlerweile klar sein sollte, ist die Substanz in Malta wichtig. Hier möchte ich aber auch nochmals klarstellen, dass zwar die schiere Präsenz, also physikalisches Office, Mitarbeiter, Management usw. sehr wichtig ist, so muss auch damit zur Wertschöpfung beigetragen werden. Das heißt konkret, dass man theoretisch 10 Leute in Malta sitzen haben kann und 2 Mann in Deutschland, aber die deutsche Dependance alles zur Wertschöpfung beiträgt und das Office in Malta z.B. nur Administrationstätigkeit. Wenn man bei diesem Beispiel alles über Malta abrechnet, ausschließlich deswegen, weil der Head Count höher ist, heißt das nicht, dass das nur deswegen funktioniert.

Internationale Besteuerung: Ansässigkeit vs. Betriebsstätte

Eine in Malta physikalisch anwesende Gesellschaft, mit Office, mit Mitarbeitern, mit Direktor usw., kann auch ohne physikalische Präsenz in Deutschland dort eine Betriebsstätte auslösen. Das funktioniert z.B. über eine Vertreter- und/oder Leitungsbetriebsstätte, z.B. weil leitendes Personal dauerhaft vor Ort ist (z.B. Gesellschafter der de facto Geschäftsführer ist) oder ein ständiger Vertreter in Deutschland ist, der das Recht innehat Verträge zu verhandeln. Achtung: Der Vertreter muss nach den neuen Definitionen eine “Vertreterbetriebsstätte” das Recht nicht ausüben. Er muss es nur innehaben.  Eine Betriebsstätte zu haben heißt nicht, dass das Gesamteinkommen der Malta Limited auch dort zu versteuer ist, sondern nur der Teil, der dieser Betriebsstätte zuzuordnen ist. Das kann eine durchaus technische Herausforderung sein, das zuzuordnen.

Man kann es also so zusammenfassen: Es wird in Zukunft noch mehr dort besteuert, wo aktiv, physikalisch und substantiell Werte geschaffen werden. Das kann an mehreren Orten sein.

Am besten natürlich nur in Malta. Übrigens: Wer nach Malta zieht und von hier aus arbeitet, der kann diese Neuerungen quasi ignorieren und kann dazu noch erhebliche persönliche steuerliche Vorteile erreichen. Und man kann jeden Tag das Meer sehen.

Wie der Wegzug nach Malta die hier genannten Punkt heilen kann und welche Vorteile Sie steuerlich noch erreichen können, erklären wir gerne im persönlichen Gespräch.

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