Amazon Deutschland – Ende des Luxemburg Modells

Dieser Beitrag wurde zuletzt vor 2 Jahren aktualisiert und könnte inzwischen veraltet sein. Bitte nutzen Sie die Suche, um einen aktuelleren Beitrag zum Thema zu finden. Vielen Dank!

Vor einiger Zeit habe ich unter dem Titel “Steuerflucht in Luxemburg und den Niederlanden – Und Malta?” über das Luxemburger und das Niederländische Steuermodell gesprochen und dabei erwähnt, dass auch Amazon über Luxemburg Steueroptimierung betreibt. Amazon, damals im Zentrum der internationalen Kritik und nach wie vor Teil von Untersuchungen um den Skandal, hat nun eine drastische Neustrukturierung angekündigt. Wie der Konzern mitteilte, werden Gewinne aus Deutschland und Großbritannien seit Mai in den jeweiligen Ländern versteuert und nicht wie bisher in Luxemburg.

Amazon minimiert Gewinne über Lizenzgeschäfte

Das, was sich Amazon mit seiner Europazentrale in Luxemburg aufgebaut hatte, war ein Steuersystem, bei dem die effektive Versteuerung am Ende wohl knapp an der 0% Marke kratzte. Wer in Deutschland einkaufte, schloss einen Kaufvertrag mit der Luxemburgischen Tochterfirma des amerikanischen Konzerns. Über Lizenzgeschäfte mit weiteren Tochterfirmen sank und sank die effektive Besteuerung, die Amazon zu leisten hatte. Dass über Lizenzgeschäfte die Steuerlast gesenkt werden kann, ist dabei ein weit verbreitetes Modell, wie es das österreichische Möbelimperium XXXLutz auch in Malta anwendet. Dabei werden Gewinne kleiner gemacht als sie genau genommen vielleicht sind, indem hohe Beträge für Vermarktungslizenzen an eigene Tochterfirmen gezahlt werden, die von einer niedrigen Besteuerung profitieren.

Amazons Gewinne sehr gering – folglich niedrige Steuerlast

Nun also die Versteuerung in Deutschland und Großbritannien. Was sich im ersten Moment nach einem Coup für die Bundesregierung und nach Millionen an Steuereinahmen anhört, bringt dem deutschen Staat jedoch fast gar nichts. Um dieses Fazit schließen zu können, muss man sich nur einmal Amazons Bilanzen der letzten Jahre ansehen. Hohen Gewinnen in den Jahren 2009 und 2010 folgten mäßige bis schlechte Zahlen in den Folgejahren, mit den negativen Höhepunkten im 3. Quartal 2013 (-274 Millionen US-Dollar) und 3. Quartal 2014 (-437 Millionen US-Dollar). Amazon geht es allerdings keinesfalls schlecht. Die Gewinne werden jedoch sofort reinvestiert, um die Macht des Unternehmens weiter zu sichern und auszubauen. Da in Deutschland nur auf Gewinne Körperschaftssteuer anfällt, zahlt man also praktisch weiterhin keine Steuern. Selbst bei einem hypothetischen Gewinn in Höhe von 100 Millionen US-Dollar, fällt darauf nur ein Teil auf Deutschland zurück. Und dann ist dieser Anteil in Relation zu mehr als zehn Milliarden US-Dollar Umsatz ein Klacks für ein Unternehmen wie Amazon.

Auf den ersten Blick scheint Amazon sich dem Druck der Politik gebeugt zu haben. Auf den zweiten Blick stellt man jedoch schnell fest, dass hier kaltes Kalkül dahintersteckt. Ich bin mir sicher: Würde der Konzern in den kommenden Jahren satte Gewinne erwarten, wäre er diesen Schritt nicht gegangen, sondern für weiter Wege wie beispielsweise über Malta zu gehen, um möglichst effektiv im Ausland Steuern zu sparen.

Kommentar hinterlassen

Wollen Sie exklusive Experten-Guidelines zum Auswandern nach Malta?

Bald erscheinen meine persönlichen Guidelines zum Auswandern Malta. Exklusiv per Mail und als PDF.

Eintragen und Experten-Guidelines kostenlos sichern.

Jetzt vormerken lassen: Sobald verfügbar, werde ich Ihnen die Experten-Guidelines zusenden - kostenlos!

Vielen Dank für Ihr Vertrauen!

Sie wurden vorgemerkt. Sobald verfügbar, sende ich Ihnen die Experten-Guidelines. Viel Erfolg!